Erziehung und Lernen

Welpenerziehung

Was sollte ein Welpe in der Sozialisierungsphase lernen? (CANIS - Juchhu ein Welpe zieht ein)

Die Eckpfeiler der Erziehung (https://www.vierpfoteninheidelberg.de/unterseite-1)

Verbinde Hörzeichen mit Sichtzeichen

Namen

Immer wenn ich mich dem Hund zuwende und auch wenn der Hund sich mir zuwendet, spreche ich freundlich seinen Namen aus und lobe ihn. Entweder indem ich ihm ein Stückchen Futter gebe oder mit dem herzlichen Lob und der sanften Berührung. (Kai Hartman, Hunde erziehen mit der 5er-Basis):

  1. Du sprichst deinen Hund freundlich, ruhig und leise an. Reagiert er darauf, hört er von dir sofort ein herzliches Lob.
  2. Reagiert dein Hund nicht, unterbrichst du seine Aufmerksamkeit auf die Sache, mit der er sich gerade beschäftigt. Dazu nutzt du einen Störer oder Unterbrecher. Das kann ein Fingerschnippen, ein Klatschen in die Hände oder auch ein deutliches Schlagen mit der Hand an dein Hosenbein sein. Daraufhin wird der Hund von seiner Aufgabe ablassen und dich anschauen. Dann hört er von dir sofort wieder ein inniges Lob, bei dem auch sein Name einmal vorkommt.
  3. Ist dein Hund nicht von seiner Aufgabe zu lösen, dann gehst du ruhig und freundlich zu ihm hin, tippst ihm auf die Schulter oder berührst ihn an einer anderen Körperstelle. Wendet er sich dir daraufhin zu, stimmst du sofort wieder in dein Lob ein und nennst seinen Namen.

Du wiederholst seinen Namen nicht. Sprich ihn ein einziges Mal mit seinem Namen an, danach folgt dein Lob. In Stufe 2 wiederholst du seinen Namen nur noch einmal während des Lobs.

Rückruf

Tipps von Maren Grote:

Das Spiel - Play together, stay together

Wenig ist so förderlich für die Bindung wie das Spiel.

Merkmale (Vom Welpen zum Senior von Sophie Strodtbeck) : häufige Wiederholungen des Verhaltens : frei Kombination von unterschiedlichsten Verhaltenselementen : das Fehlen der jeweiligen Endhandlung als Ziel des Verhaltens : Rollenwechsel : übertriebene Bewegungen : abwärtsschauende Hund als Aufforderung

Was wird im Spiel gelernt? (Vom Welpen zum Senior von Sophie Strodtbeck) : Kommunikation mit Artgenossen : Unterstützung der motorischen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten : Verinnerlichung der Beißhemmung : Durchspielen von Konfliktlösungen : Frustrationstoleranz

Let’s play! How dogs show they want to play:

Behavioristisches Lernmodell

Quelle Wikipedia.

Konditionierung : Bestimmte Reaktion auf bestimmten Reiz

Klassische Konditionierung : Der unbedingte Reiz Futter löst beim Hund die unbedingte Reaktion Speichelfluss aus (unbedingt weil keine Kontrolle). : Durch Konditionierung kann ein Reiz zu einer bedingten Reaktion führen. Z. Bsp. Glockenton führt zu Speichelfluss.

Operante oder Instrumentelle Konditionierung : Lernen erfolgt über Belohnung oder Bestrafung

Belohnung : Bewirkt das ein Verhalten in Zukunft häufiger gefeit werden wird : Positive Belohnung, Verstärkung erfolgt mit dem Hinzufügen einer angenehmen Konsequenz. Hinsetzen - Ball bekommen : Negative Belohnung, Verstärkung erfolgt durch Abschalten eines unangenehmen Reizes. Tippen auf die Kruppe - Hinsetzen und Reiz hört auf.

Bestrafung : Bewirkt, dass ein Verhalten in Zukunft seltener gezeigt werden wird : Positive Bestrafung, eine bestimmte Handlung hat einen unangenehmen Reiz zur Folge : Negative Bestrafung, eine bestimmte Handlung hat das Entfernen eines positiven Reizes zur Folge - nicht hinsetzen, keinen Ball bekommen

Grundlagen des Lernens

Quelle Wikipedia.

Hunde lernen am schnellsten und sichersten durch positive Verstärkung, also Belohnung durch Leckerbissen, Loben, Spielen, Spielzeug oder Streicheln sofort, innerhalb von 2 Sekunden, nach Ausführen einer vom Besitzer gewünschten Handlung.

Der Hund lernt Tonfolgen. Es ist wichtig Kommandos immer in derselben Form gegeben werden - gleiches Wort order Satz im gleicher Ton zusammen mit dem gleichen Zeichen.

Um gelernte Inhalte zu festigen werden 50 bis 200 Übungen benötigt.

Verliert der Halter oder Hund die Lust an der Übung, so beendet man die Übung mit einem Kommando, das der Hund beherrscht und lockert ihn anschließend durch Belohnung auf, damit die Erziehungseinheiten dem Hund als gutes Erlebnis in Erinnerung bleiben.

Sonstiges

Want smarter, faster learning? Just add chew time!

How post-training chewing boosts canine memory.

https://dogsandscience.com/activity-and-play/chewing-after-training-improves-memory-in-dogs-study-summary/gg

Lernen: Situation, Aktion, Reaktion, Pause

Ich empfehle für jede gestellte Lernsituation (und stellen sollten wir viel mehr!): Eine Situation, eine Aktion, eine Reaktion. PAUSE! Also zum Beispiel die Situation mit dem Tisch und dem Teller:

  1. Eine Situation gleichbleiben, ohne Bewegung, Ablenkung, Lob, Drohen usw. Alles bleibt gleich, wie in einem Gemälde. Ausschließlich der Hund agiert.
  2. Eine Aktion: Der Hund geht an den Teller ran. Und auch wirklich nur dann. Nicht vorher, nicht als Warnung, nicht nachher passiert irgendwas. Ausschließlich auf die Aktion “Nase am Teller” passiert etwas. Eine Reaktion: Kommentarlos, klar, ohne Zogern, kurz und bündig. Und OHNE Meckern! Meckern macht es immer schlechter. Meckern gibt Aufmerksamkeit, lenkt ab vom Lernprozess und vor allem: wer meckert ist direkt entlarvt als unsouverän und angefasst. Also uncool! Meckern trägt direkt nach Außen, dass man grade die Kontrolle verliert, nicht sicher ist handlungsfähig zu sein und die eigene Frustrationstoleranz nachlässt. Meckern können Hunde sehr wohl als Zeichen von Schwäche wahrnehmen.
  3. PAUSE nach jeder Lernsituation folgt eine Pause. Hier passiert nichts. Der Hund dart sich sammeln, ein bisschen herumtänzeln, ein paar Übersprungshandlungen zeigen und wieder zur Ruhe kommen. Er darf überlegen, noch mal probieren, abwägen und Entscheidungen treffen. Wer hier dazwischen quatscht, neue Impulse einwirft (und dazu zählen auch Hundekekse oder Lob!) der unterbricht den Lernprozess und verlängert das Lernen künstlich. Wer nicht denken darf kann nicht schlau werden.